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PH Ludwigsburg

Das "International Project (IPC)" - ein Projekt zur Internationalisierung der Lehrerausbildung


  • Wir erproben seit einigen Jahren am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der Katholischen Universität Eichstätt ein innovatives didaktisches Konzept für Lehrveranstaltungen, das durch den Einsatz von Web 2.0 Technologien die inhaltliche Zusammenarbeit von Studierenden im Rahmen des Studiums ermöglicht. Von Beginn an waren dabei auch internationale Partneruniversitäten involviert, so dass für uns zunehmend von Bedeutung wurde, dass mit unserem Konzept die internationale Komponente des Lehramtsstudiums gefördert werden kann.

  • Nicht nur wir sehen bisher in der mangelnden Internationalisierung ein Defizit unserer Lehrerausbildung. Vielmehr stellen sich vor dem Hintergrund der großen Large Scale Assessments, die in den letzten Jahren schülerische Leistungen und Kompetenzen auf internationalem Niveau erhoben und analysiert haben, inzwischen viele Länder die Frage nach Verstärkung der internationalen Komponente des Lehramtsstudium (vgl. z.B. Cordeiro 2007). So fordern zum Beispiel die National Educational Tech-nology Standards for Teachers in North Carolina (ISTE, 2008) die Entwicklung von “cultural understanding and global awareness by engaging with colleagues and students of other cultures using digital-age communication and collaboration tools”. Globales Bewusstsein und interkulturelle Kompetenzen sollen danach unter anderen durch die Partizipation in lokalen, aber vor allem auch in globalen Lerngruppen ermöglicht werden.

  • Für die Akteure in den Institutionen der nationalen Bildungssysteme, damit auch für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer, ermöglicht der Blick über den Tellerrand des eigenen Landes Erkenntnisse darüber, dass die Probleme und Lösungen international gesehen häufig ähnlich sind. Gleichzeitig schärft sich aber auch der Blick dafür, dass es durchaus auch unterschiedliche Perspektiven geben kann, deren Kenntnis sich fruchtbar auf die eigene professionelle Entwicklung auswirken kann. Die Evaluationen und Erfahrungsberichte der Studierenden, die unser „International Project“ in den letzten Semestern absolviert haben, bestärken uns in der Auffassung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Lehramtsstudierenden auf diesem Weg internationale Erfahrungen zu ermöglichen, da für viele bislang ein Auslandssemester z.B. im Rahmen von Erasmuskooperationen aus verschiedenen Gründen keine Option darstellt.

  • Ebenso motiviert uns zur Fortführung des Konzepts, dass sich inzwischen mit den beteiligten Professorinnen aus Sofia (Bulgarien), Charlotte (USA) und Granada (Spanien) ein „IPC-Netzwerk“ gebildet hat, das sich für die Weiterentwicklung der Konzeption und ihre Einbindung in die nationalen Studienpläne engagiert. Als großen Erfolg rechnen wir es uns zu, dass die Dekanin des College of Education der University of North Carolina in Charlotte (UNCC) mit seinen ca. 4400 Studierenden beschlossen hat, im Rahmen des Programms zur Internationalisierung des Lehramtsstudiums unser IPC-Projekt für alle Studienbereiche zu übernehmen.

  • Seit mehreren Semestern erprobt und evaluiert, bietet das IPC-Projekt eine Kursstruktur, die mithilfe moderner Web-2.0-Technologien zur Internationalisierung des Lehramtsstudiums beiträgt, und zwar durch die gemeinsame Arbeit internationaler studentischer Teams an konkreten, selbstentwickelten Fragestellungen und Projekten. Im Sinne eines Kompetenz-Trainings, gleichzeitig aber auch in seiner personenorientierten Ausrichtung, bietet dieses Modul gerade für angehende Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, konkrete Projekte in internationalen Teams selbstständig vorzubereiten, durchzuführen und dabei interkulturelle Erfahrungen zu sammeln.